Waffen aus dem 3D-Drucker im Handgepäck

Die am Flughafen gefundene und sichergestellte Waffennachbildung aus dem 3D-Drucker (Quelle: TSA)

Berlin, 11. August 2016

Die US-amerikanische Transportsicherheitsbehörde TSA hat in der vergangenen Woche am Flughafen Reno-Tahoe im Bundesstaat Nevada eine Waffe im Handgepäck eines Flugreisenden entdeckt, die mit einem 3D-Drucker hergestellt war. Es handelte sich zwar um eine Nachbildung, die vermutlich nicht schusstauglich gewesen wäre, in der Waffe befand sich aber echte Munition des Kalibers .22.

Die TSA wies in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass auch derlei Nachbildungen nicht im Handgepäck transportiert werden dürften.

Auch in Deutschland und Europa sind derartige Nachbildungen nach den geltenden Rechtsvorschriften als verbotene Gegenstände eingestuft, da sie "in der Lage sind oder zu sein scheinen, durch Abschießen eines Projektils schwere Verletzungen herbeizuführen" (Durchführungsverordnung (EU) 2015/1998, Anlage 4-C).

Handelsübliche 3D-Drucker, die zur Herstellung einer solchen Waffennachbildung geeignet sind, kann man heute bereits ab 1.400 Euro kaufen. Diese können dann auch Waffen bis zu einer Länge von 12 cm herstellen, wie die in den USA sichergestellte Nachbildung. Sicherheitsexperten sehen zum jetzigen Zeitpunkt zwar noch keine konkrete Gefährdung, können aber langfristig keine Entwarnung geben. Die Detektionstechnik an Flughäfen ist vor die Herausforderung gestellt, eine Vielzahl von Werkstoffen und Werkstoffmischungen zu detektieren, die im 3D-Druck verwendet werden können. Gleichzeitig muss das Kontrollpersonal - auch bei einer Kontrolle mittels Körperscanner - darauf achten, welche Bekleidung ein Fluggast trägt, da sich in diesen ebenfalls solche nicht-metallenen Waffen befinden könnten.